
Angelina Grimké
- Politik
- Literatur & Presse
Biografie
US-amerikanische Politikerin
- Geboren
- 20. Februar 1805 in Charleston, Vereinigte Staaten
- Gestorben
- 26. Oktober 1879 in Hyde Park, Vereinigte Staaten
- Wirkungsfeld
- Politikerin, Abolitionistin, Schriftstellerin, Feministin

Lebensgeschichte
Angelina Grimké (* 21. Februar 1805 in South Carolina; † 26. Oktober 1879 in Hyde Park (Boston), Massachusetts) war eine politische Aktivistin in den Vereinigten Staaten, eine Frauenrechtlerin und neben ihrer älteren Schwester Sarah Moore Grimké die einzig bekannte Frau aus den Südstaaten der USA, die Teil der Abolitionismus-Bewegung war.
Sie war die Tochter eines angesehenen und reichen Pflanzers und Sklavenbesitzers, John Faucheraud Grimké. Sie wuchs zwar im Süden auf, verbrachte aber ihr ganzes Erwachsenenleben in den Nordstaaten, wo sie im Quäkertum aktiv war, ebenso wie ihre Schwester Sarah. Die Zeit ihres größten Ruhms war zwischen 1836, als ein Brief, den sie an William Lloyd Garrison gesandt hatte, in der Anti-Sklaverei-Zeitung The Liberator erschien, und Mai 1838, als sie eine Rede zum Abolitionismus hielt, während eine feindselige Menge Steine warf und vor der Versammlungshalle schrie. Die Essays und Reden, die sie in diesem Zeitraum von zwei Jahren verfasste, enthielten eindrucksvolle Argumente zur Beendigung der Sklaverei und zur Förderung der Frauenrechte.
Leben
Herkunft, frühe Jahre und religiöse Betätigung
Angelina Grimké wurde in Charleston als jüngstes von 14 Kindern des wohlhabenden Pflanzerehepaares John Faucheraud Grimké und Mary Smith geboren, beides Nachfahren angesehener Familien. Ihr Vater war ein anglikanischer Jurist, Pflanzer, Politiker und Richter. Er war ein Veteran des Unabhängigkeitskriegs und vornehmes Mitglied der Charlestoner Gesellschaft. Ihre Mutter Mary war ein Abkömmling des ehemaligen Gouverneurs und „Landgrafen“ Thomas Smith und seiner Frau, die auch aus einer der besten Familien Charlestons stammte. Sie waren große Sklavenbesitzer. Der Vater billigte eine gute Ausbildung nur seinen männlichen Nachkommen zu, aber die Söhne teilten ihre Kurse und Kenntnisse mit den Schwestern, Angelina eingeschlossen.
Mary und John Grimké waren strenge Anhänger der traditionellen südstaatlichen Oberklassenwerte, auf denen ihre Stellung in der Charlestoner Gesellschaft beruhte. Mary ließ nie zu, dass die Mädchen sich außerhalb der vorgeschriebenen gesellschaftlichen Kreise bewegten und John blieb sein ganzes Leben lang ein Sklavenhalter. Die junge Angelina, mit Kosenamen „Nina“, stand ihrer älteren Schwester Sarah sehr nahe, die im Alter von 13 Jahren ihre Eltern dazu brachte, dass sie die Patin von Angelina werden durfte. Die beiden Schwestern behielten ihre enge Beziehung zueinander ihr ganzes Leben lang bei. Sie lebten sogar die meiste Zeit ihres Lebens, bis auf einige kurze Abschnitte des Getrenntseins, zusammen.
Schon als Kind war Nina das eigensinnigste, neugierigste und selbstbewussteste Kind in der Geschwisterschar. Sie schien von Natur aus kritisch und offenherzig zu sein, was in ihrer ziemlich konventionellen Familie und bei den Freundinnen nicht gut ankam. Sie ließ sich mit 13 Jahren nicht konfirmieren, da sie mit dem zu sprechenden Glaubensbekenntnis nicht übereinstimmte; sie brach die Zeremonie ab. Im Alter von 21 Jahren trat sie zum presbyterianischen Glauben über.
Sie war ein aktives Mitglied der presbyterianischen Kirche und wurde eine enge Freundin des Pastors ihrer Kirche, Reverend William McDowell. Der aus New Jersey stammende McDowell und sie waren beide Gegner der Sklaverei aus dem Grund, weil sie ein moralisch schlechtes System sei, das den christlichen Glauben und die Menschenrechte verletze. McDowell vertrat aber den Grundsatz der Geduld und des Gebets statt des unmittelbaren Handelns und argumentierte, dass die Abschaffung der Sklaverei noch schlimmere Übel hervorrufen würde. Dies war für die junge Grimké unbefriedigend.
1829 sprach sie das Problem der Sklaverei in einer Gemeindeversammlung an und verlangte, dass alle sklavenhaltenden Mitglieder der Kongregation offen die Praxis verdammen sollten. Man lehnte ihr Verlangen ab, denn zu dieser Zeit hatte die Kirche ihren Frieden mit der Sklaverei gemacht. Sie hatte eine biblische Rechtfertigung dafür gefunden und verlangte von christlichen Sklavenbesitzern, väterlich zu den Sklaven zu sein und sie besser zu behandeln.
Nun verlor Grimké auch den Glauben in die Werte der Presbyterianischen Kirche und trat 1829 mit Unterstützung durch ihre Schwester Sarah zum Glauben der Quäker über. Nachdem sie vergeblich versucht hatte, auch ihre Familie zu bekehren – ihre herablassende und aufbrausende Art half ihr dabei wenig – entschloss sie sich, ihrer Schwester Sarah zu folgen und nach Philadelphia umzuziehen.
Heirat
Grimké traf Theodore Weld, einen prominenten Abolitionisten, zuerst im Oktober 1836 bei einer Zusammenkunft für das „Agententraining“. Sie war sehr beeindruckt von seinen Reden. In den zwei Jahren vor ihrer Heirat bestärkte Weld Grimkés Aktivitäten, indem er für sie viele Vorträge organisierte und die Veröffentlichung ihrer Schriften ermöglichte. Am 14. Mai 1838 heirateten sie in Philadelphia vor einem schwarzen und einem weißen Geistlichen.
Sie lebten in New Jersey zusammen mit Sarah und zogen drei Kinder groß. Sie erwarben ihren Lebensunterhalt durch den Betrieb zweier Schulen, eine davon war die in der utopischen Gemeinschaft der „Raritan Bay Union“. Nach Ende des Sezessionskrieges zog der Haushalt nach Hyde Park (Boston) um, wo man zusammen die letzten Lebensjahre verbrachte. Angelina und Sarah waren beide in der „Massachusetts Woman Suffrage Association“ aktiv.
Erbe
In jüngster Zeit hat Angelina Grimké wie ihre Schwester Sarah die Anerkennung bekommen, die sie verdient. An sie wird in Judy Chicagos The Dinner Party erinnert.
1998 wurde Grimké nachträglich in die National Women’s Hall of Fame aufgenommen. Auch im „Boston Women’s Heritage Trail“ wird an sie erinnert.
Wichtige Schriften
Die zwei bemerkenswertesten Werke von Grimké sind:
Appeal to the Christian Women of the South
Letters to Catharine A. Beecher in reply to An essay on slavery and abolition, adressed to A.E. Grimke
Quellen
- Wikidata · Lizenz: CC0
- Wikipedia (de): Angelina Emily Grimké · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Wikipedia (en): Angelina Grimké · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lebenslauf
- 20. Februar 1805Geboren in Charleston
- 26. Oktober 1879Gestorben in Hyde Park
- 1998Auszeichnung: National Women’s Hall of Fame



