
Annie Besant
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Biografie
Britische Frauenrechtlerin, Theosophin und Autorin
- Geboren
- 1. Oktober 1847 in Clapham, Vereinigtes Königreich
- Gestorben
- 20. September 1933 in Adyar, Indien
- Wirkungsfeld
- Essayistin, Schriftstellerin, Rednerin, Journalistin

Lebensgeschichte
Annie Besant (gebürtig Annie Wood; * 1. Oktober 1847 in Clapham, Surrey; † 20. September 1933 in Adyar, Madras, Britisch-Indien, heute Chennai, Tamil Nadu, Indien) war eine britische Theosophin, Frauenrechtlerin, Autorin und Politikerin.
Leben
Annie Wood kam am 1. Oktober 1847 im Londoner Stadtteil Clapham als einzige Tochter von William Persse Wood und dessen Ehefrau Emily Roche Morris († 1874) zur Welt. Ihr Vater war im Finanzwesen tätig, hatte aber zunächst Medizin studiert. Zu ihren Verwandten zählten Matthew Wood (1768–1843), Lord Mayor of London, sowie William Page Wood, Lord Hatherley (1801–1881).
Annie Woods Vater starb, als sie fünf Jahre alt war. Die wohlhabende Kaufmannstochter Ellen Marryat nahm sie in ihren Haushalt auf und erzog sie calvinistisch. Sie wandte sich jedoch früh der katholischen Theologie zu und studierte die Schriften von Augustinus und Ignatius von Loyola.
Im Alter von 19 Jahren lernte sie den anglikanischen Geistlichen Frank Besant kennen, den Bruder des bekannten sozialkritischen Schriftstellers Walter Besant. Die beiden heirateten 1867 und hatten zwei Kinder, Arthur Digby Besant und Mabel Besant-Scott. Aufgrund erheblicher Glaubenszweifel nahm sie Kontakt zu atheistischen Kreisen auf und veröffentlichte mithilfe von Thomas Scott kirchenkritische Broschüren, was die Ehe in eine Krise stürzte. Eine Scheidung war nicht möglich, es wurde jedoch 1873 eine Trennungsvereinbarung getroffen, in der ihr das Sorgerecht für die Tochter Mabel übertragen wurde.
Besant betätigte sich fortan in religionskritischen Kreisen und unter Mitgliedern der englischen Arbeiterbewegung. Im folgenden Jahr lernte sie den radikalen Freidenker und Journalisten Charles Bradlaugh kennen, wurde Mitglied der Secular Society und übernahm die Leitung der Wochenschrift National Reformer sowie verschiedener linker Presseerzeugnisse. Von 1878 bis 1883 studierte sie Naturwissenschaften an der University of London. Sie war auch die erste Studentin an der Universität, die einen Bachelor of Science (in Biologie) erwarb.
In den 1870er und 1880er Jahren gehörte Annie Besant verschiedenen Debattierklubs an, wie sie in dieser Zeit in London Mode waren, u. a. The Zetetical und The Dialectical Society. Sie galt als brillante Rednerin, womit sie auch Geld verdiente, und erwarb sich in atheistischen Intellektuellenzirkeln einen gewissen Ruf. Auf einer dieser Veranstaltungen lernte sie 1875 den angehenden Literaten George Bernard Shaw kennen. Besant förderte den noch mittellosen Schriftsteller, veröffentlichte seine Romane Die törichte Heirat und Künstlerliebe in der von ihr gegründeten Zeitschrift Our Corner und beschäftigte den Freund auch als Rezensenten für die Kunstecke dieses Journals. Beeinflusst von Shaw, wurde sie Mitglied der Fabianer, wo sie ebenfalls bald zu den führenden Köpfen gehörte.
Shaw schildert sie in seinen Tagebuchaufzeichnungen und Briefen als tatkräftige Frau „der raschen Entscheidungen“, aber auch als „vollkommen humorlos“ und „absolut ohne Sexappeal“. Ihre nicht immer spannungsfreien Beziehungen zu Männern nach ihrer glücklosen Ehe sollen ausnahmslos platonisch gewesen sein. Mit Shaw wollte sie sogar eine eheähnliche Gemeinschaft führen und präsentierte ihm einen Punkt für Punkt ausgeklügelten Vertragsentwurf, in der das – ausdrücklich sexfreie – Zusammenleben minutiös geregelt werden sollte. Shaw, der als Lebemann galt und zu jener Zeit noch zu zwei weiteren Frauen Beziehungen unterhielt, lehnte jedoch ab und bezeichnete das Angebot später als „schlimmer als all jene Gelübde in allen Kirchen dieser Welt“.
Politisch arbeiteten sie zunächst weiter zusammen. Besant, die bei den Fabianern zu jenen Kräften gehörte, die den anarchistischen und den kollektivistischen Flügel zu einem linken Block zusammenschweißen wollten, arrangierte im Dezember 1886 eine Gesamtkonferenz aller sozialistischen Vereinigungen, auf der sich die Marxisten durchsetzten.
Am 13. November 1887 waren Besant und Shaw an Protesten gegen Arbeitslosigkeit und die restriktive Irlandpolitik des konservativen Premierministers Lord Salisbury beteiligt. Es kam zu Zusammenstößen mit Polizei und Militär, wobei 75 Personen verletzt und 400 Demonstranten verhaftet wurden.
In der Folgezeit forcierte Besant ihre politische Tätigkeit und wurde in der Gewerkschaftsbewegung aktiv. 1888 war sie in den Streik der Streichholzarbeiterinnen (Matchgirls' Strike) involviert und prangerte in einem Zeitungsartikel mit dem Titel White Slavery in London (‚Weiße Sklaverei in London‘) Hungerlöhne und menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse in der britischen Zündholzfabrik Bryant & May an. Kurz darauf wurde sie in die Londoner Schulbehörde gewählt, wo sie sich für Bildungsreformen einsetzte.
Shaw hatte die streitbare Annie auch nach ihrem Abgang bei den Fabianern nicht vergessen: 1898 gestaltete er die Rolle der Raina Petkoff in seinem Theaterstück Helden nach ihrem Vorbild. Ganz ernst hatte er ihre politischen Aktivitäten allerdings nie genommen: „Wie alle großen Volksredner war sie die geborene Schauspielerin“, schrieb er 1947 aus Anlass ihres einhundertsten Geburtstags.
Während ihrer aktiven Zeit in London war Besant auch als Buchautorin tätig gewesen: In The Laws of Population (1877) trat sie für Geburtenkontrolle ein. 1887 schrieb sie gemeinsam mit Charles Bradlaugh das atheistische Pamphlet Why I Do Not Believe in God.
Quellen
- Wikidata · Lizenz: CC0
- Wikipedia (de): Annie Besant · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Wikipedia (en): Annie Besant · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lebenslauf
- 1. Oktober 1847Geboren in Clapham
- 1895Auszeichnung: Subba Row Medal
- 1897Veröffentlichung: „The Ancient Wisdom“
- 1905Veröffentlichung: „Thought-Forms: A Record of Clairvoyant Investigation“
- 1931Nominiert für: Friedensnobelpreis
- 1933Auszeichnung: Silver Wolf Award
- 20. September 1933Gestorben in Adyar



