
Delmira Agustini
- Literatur & Presse
Biografie
Uruguayische Dichterin
- Geboren
- 24. Oktober 1886 in Montevideo, Uruguay
- Gestorben
- 6. Juli 1914 in Montevideo, Uruguay
- Wirkungsfeld
- Schriftstellerin, Dichterin

Lebensgeschichte
Delmira Agustini (* 24. Oktober 1886 in Montevideo; † 6. Juli 1914 ebenda) war eine uruguayische Dichterin. Sie gilt als eine der bedeutendsten lateinamerikanischen Dichterinnen des frühen 20. Jahrhunderts und als eine wichtige Vertreterin des Modernismo.
Leben
Agustini entstammt einer wohlhabenden Familie des gehobenen Bürgertums von Montevideo. Ihr uruguayischer Vater Santiago Agustini hatte korsisch-französische und ihre argentinische Mutter María Murtfeldt deutsche Vorfahren. Als Kind schon fiel sie durch eine besondere literarische Begabung auf. So diktierte sie ihrem Vater als Fünfjährige Verse und ihre eigenen Gedichte verfasste sie etwa ab dem zehnten Lebensjahr. Ihre Eltern förderten ihre Begabung und ermöglichten ihr neben ihrer Schulbildung auch Privatunterricht in Französisch, Musik und Malerei. Ab 1902 veröffentlichte sie in literarischen Zeitschriften sowohl Gedichte als auch Prosatexte.
Agustini hatte über mehrere Jahre eine Beziehung mit dem Kaufmann und Viehauktionator Enrique Job Reyes, den sie am 14. August 1913 heiratete. Jedoch verließ sie ihn nicht einmal zwei Monate später und zog zurück in ihr Elternhaus. Die von ihr beantragte Scheidung wurde am 5. Juni 1914 rechtskräftig. Trotz der Trennung traf sie sich weiterhin mit Reyes.
Am 6. Juli 1914 wurde sie von Reyes während eines solchen Treffens mit zwei Schüssen in den Kopf geschossen. Agustini starb unmittelbar am Tatort; Reyes erlag wenige Stunden später in einem Krankenhaus den Folgen der Schussverletzungen, die er sich selbst zugefügt hatte.
Werk und Bedeutung
Agustinis Dichtung kann dem lateinamerikanischen Modernismo zugerechnet werden, wobei sie dessen ästhetischen Ausdrucksformen um den Blickwinkel der Frau erweiterte. Ihr erster Gedichtband El libro blanco (1907) wurde von der Kritik positiv aufgenommen. Drei Jahre später veröffentlichte sie Cantos de la mañana (1910). Ihr dritter Band Los cálices vacíos erschien 1913.
Einzelne Werke wie Apolo erschienen in literarischen Zeitschriften. Der Dichter Rubén Darío, der als ein weiterer bedeutender Vertreter des Modernismo gilt, verfasste das Vorwort zu Los cálices vacíos.
Erotik, Liebe und Tod waren wichtige Themen ihrer Lyrik und sie behandelte diese Themen mit ungewöhnlicher Offenheit und einer bildreichen Metaphorik. Mit ihrer erotischen Dichtung brachte sie weibliches Begehren zum Vorschein und stellte damit vorherrschende gesellschaftliche Konventionen von Weiblichkeit und Sexualität infrage. Ihre Gedichte können deshalb als wegweisend für die Entwicklung einer selbstbewussten weiblichen Lyrik in Lateinamerika angesehen werden. Eros, der Gott der Liebe, kommt immer wieder in ihrer Dichtung vor und dient dort als Symbol für sexuelles Begehren und leidenschaftliche Hingabe. Agustini widmete ihm auch ihren dritten Gedichtband Los cálices vacíos, wo sie das Eingangsgedicht an Eros richtet. Sie stellt in ihrem Werk eine Beziehung zwischen erotischer Leidenschaft und Vorstellungen von Leben und Tod her und greift dabei auf Allegorien und Symbolik zurück.
Weiter Gedichte erschienen im Jahr 2024 als Teil einer Werkausgabe postum in zwei Bänden unter den Titeln El rosario de Eros und Los astros del abismo. Ihre Dichtung hatte bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der lateinamerikanischen Lyrik und kann als wichtiger Ausgangspunkt für die Literarischen wichtiger Dichterinnen betrachtet werden, darunter Alfonsina Storni und Juana de Ibarbourou.
Quellen
- Wikidata · Lizenz: CC0
- Wikipedia (de): Delmira Agustini · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Wikipedia (en): Delmira Agustini · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lebenslauf
- 24. Oktober 1886Geboren in Montevideo
- 24. Oktober 1886Wohnort: Cordón
- 1907Veröffentlichung: „The White Book“
- 1910Veröffentlichung: „Morning Songs“
- 1913Veröffentlichung: „The Empty Chalices“
- 6. Juli 1914Gestorben in Montevideo



