
Harriet Tubman
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Biografie
US-amerikanische Aktivistin für die Abschaffung der Sklaverei; Krankenschwester und Wohltäterin
- Geboren
- 1821 in Dorchester County, Vereinigte Staaten
- Gestorben
- 10. März 1913 in Auburn, Vereinigte Staaten
- Wirkungsfeld
- Schriftstellerin, Krankenpflegerin, Menschenrechtlerin, Abolitionistin

Lebensgeschichte
Harriet Tubman (* um den 6. März 1822 als Araminta Ross im Dorchester County, Maryland; † 10. März 1913 in Auburn, New York) war die bekannteste afroamerikanische Fluchthelferin der Hilfsorganisation Underground Railroad. Sie half von etwa 1849 bis zum Ende des Sezessionskrieges geflüchteten Sklaven, aus den Südstaaten in die Nordstaaten der USA oder nach Kanada zu gelangen.
Nachdem sie im Jahr 1849 im zweiten Anlauf selbst erfolgreich der Sklaverei entflohen war, kehrte sie unter dem Codenamen Moses mehrmals in die Südstaaten zurück, um anderen Sklaven auf ihrer Flucht behilflich zu sein. Sie kehrte mehrmals zurück und rettete so mehr als 70 Menschen aus der Sklaverei. Ein Hauptziel war es, ihre Familie aus der Sklaverei zu befreien. Im Sezessionskrieg arbeitete sie zuerst als Krankenschwester und Köchin, und später als Kundschafterin und Spionin für die Nordstaaten. In ihren späteren Lebensjahren engagierte sie sich in der Frauenbewegung.
Nach ihrem Tod war Harriet Tubman zuerst weitgehend in Vergessenheit geraten, zählt jedoch heute in den USA zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten des Abolitionismus. Dazu haben Ehrungen und zahlreiche Kinderbücher beigetragen, die seit den 1960er Jahren erschienen sind.
Leben
Familienhintergrund
Über ihre Abstammung ist nur bekannt, dass Modesty, ihre Großmutter mütterlicherseits, auf einem Sklavenschiff in die Vereinigten Staaten gebracht wurde. Während ihrer Kindheit wurde Harriet Tubman wiederholt erzählt, dass sie von den Ashanti abstamme, einem Volk, das auf dem Gebiet des heutigen Staates Ghana beheimatet ist. Es gibt keine Belege, die diese Aussage bestätigen oder widerlegen. Über den Großvater auf mütterlicher Seite ist nichts bekannt. Es ist nicht auszuschließen, dass Harriet Green – die Mutter von Harriet Tubman – von einem Weißen gezeugt wurde. Harriet Green arbeitete als Köchin für die Familie Brodess und war zunächst Sklavin von Mary Pattison Brodess. Später war Edward Brodess, der Sohn von Mary Brodess, ihr Sklavenhalter.
1808 heiratete Harriet Green (1794–1879) den Sklaven Ben Stewart Ross (1790–1871), der dem zweiten Ehemann von Mary Pattison Brodess, Anthony Thompson, „gehörte“. Anthony Thompson besaß eine große Plantage in der Nähe des Blackwater River in Dorchester County, Maryland. Ben Ross, der geschickt im Umgang mit Holz war, war für alle Schreinerarbeiten auf dieser Plantage zuständig. Nach Gerichtsunterlagen zu urteilen hatte das Ehepaar insgesamt neun Kinder. Neben Harriet sind namentlich bekannt: Linah Ross Jolly (* 1808), Mariah Ritty Ross (* 1811), Soph Ross (* 1813), Robert John Stewart Ross (1816–1889), Benjamin James Stewart Ross (1823–1864), Rachel Ross (1825–1858), William Henry Stewart Ross Senior (1830–1912) und Moses Ross (1833–1888).
Entsprechend den testamentarischen Bestimmungen eines Vorbesitzers wurde Harriet Tubmans Vater Ben Ross im Jahr 1840 freigelassen. Er arbeitete weiterhin als Vorarbeiter für die Thompson-Familie, die ihn zuvor als Sklaven besessen hatte. Auch für Harriet Green war in einem Testament des früheren Besitzers festgelegt, dass sie mit 45 Jahren freigelassen werden sollte. Anders als die Thompson-Familie ignorierte die Pattison- und Brodess-Familie diese Verfügung jedoch, als sie die Sklaven erbten. Es gab für einen Sklaven keinerlei Möglichkeiten, diese testamentarische Bestimmung durchzusetzen.
Kindheit
Harriet Tubman wurde als Araminta „Minty“ Ross geboren. Weder das Geburtsjahr noch der Geburtsort von Harriet Tubman sind sicher. Die Historikerin Kate Larson geht von einer Geburt im Jahre 1822 aus und schließt dies unter anderem aus einer dokumentierten Bezahlung einer Hebamme. Jean Humez hält dagegen das Jahr 1820 für am wahrscheinlichsten, hält aber auch 1822 für möglich. Catherine Clinton weist darauf hin, dass Harriet Tubman ihr Geburtsjahr wiederholt mit 1825 angab, während ihre Sterbeurkunde 1815 als Geburtsjahr nennt und auf dem Grabstein das Jahr 1820 als Geburtsjahr eingemeißelt ist. In den Unterlagen, mit denen sie ihre Kriegsrente beantragte, nannte Harriet Tubman allerdings sowohl die Jahre 1820, 1822 und 1825, was ein Indiz dafür ist, dass auch Harriet Tubman ihr Geburtsjahr nicht kannte.
Edward Brodess, nach Mary Brodess der Besitzer von Harriet Green, verkaufte drei von Harriet Tubmans älteren Schwestern an andere Sklavenhalter. Der Kontakt zwischen ihnen und der Familie riss dadurch ab. Als ein Sklavenhändler aus Georgia auch Harriet Tubmans jüngsten Bruder Moses erwerben wollte, versteckte Harriet Green mit Hilfe anderer Sklaven sowie freier Schwarzer ihren Sohn für über einen Monat. Schließlich kam es zu einer offenen Konfrontation zwischen Edward Brodess und Harriet Green. Als Edward Brodess und der Händler aus Georgia die Sklavenquartiere aufsuchten, um das Kind zu ergreifen, drohte Harriet Green, dass sie dem ersten, der ihre Behausung beträte, den Kopf einschlagen werde. Edward Brodess verzichtete daraufhin auf einen Verkauf des Kindes. Mehrere Biografen von Harriet Tubman vertreten die Ansicht, dass dieser Vorfall erheblich zu Harriet Tubmans Überzeugung beitrug, dass ein Widerstand möglich und lohnend sei.
Da ihre Mutter im Herrenhaus arbeitete, hatte sie nur wenige Möglichkeiten, sich um ihre Kinder zu kümmern. Bereits als kleines Kind versorgte Harriet Tubman die noch jüngeren Geschwister. Im Alter von fünf oder sechs Jahren sah ihr Besitzer sie als arbeitsfähig an und vermietete sie mehrfach an andere Sklavenhalter. Ihre erste „Leihbesitzerin“ war eine Frau mit dem Namen „Miss Susan“, in deren Diensten sie auf ein Baby aufpassen sollte, wenn es in seiner Wiege schlief. Wachte das Kind auf und schrie, wurde Harriet Tubman dafür mit der Peitsche bestraft. Harriet Tubman berichtete später, dass sie sich an einen Tag erinnere, an dem sie noch vor dem Frühstück nicht weniger als fünf Mal auf diese Weise bestraft wurde. Sie wies noch am Ende ihres Lebens Narben von diesen Strafen auf. Als ihr nach dem Diebstahl von etwas Zucker erneut eine Bestrafung drohte, versteckte sie sich für fünf Tage im Schweinestall eines Nachbarn, bis der Hunger sie zwang, in Miss Susans Haus zurückzukehren. Während sie an den Plantagenbesitzer James Cook ausgeliehen war, musste sie in den nahegelegenen Sümpfen die für Bisamratten aufgestellten Fallen überprüfen. Selbst eine Masernerkrankung war kein Anlass, sie von dieser Arbeit zu entbinden, die sie unter anderem dazu zwang, durch Wasser zu waten, das ihr bis zur Hüfte reichte. Als sie schließlich so schwer erkrankte, dass sie arbeitsunfähig war, wurde sie wieder zu ihrem Besitzer zurückgeschickt. Kurz nachdem ihre Mutter sie wieder gesund gepflegt hatte, vermietete man sie erneut für Plantagenarbeiten an verschiedene Sklavenbesitzer. Harriet Tubman berichtete später, dass sie in dieser Zeit vor allem an Heimweh gelitten habe und verglich sich einmal mit dem boy on the Swanee River, eine Anspielung auf Stephen Fosters Ballade Old Folks at Home. Mit zunehmendem Alter wurden die Aufgaben, die man ihr zuwies, körperlich anstrengender. Man setzte sie bei Waldarbeiten sowie auf den Plantagenfeldern ein, wo Pflügen oder das Führen des Ochsengespanns zu ihren typischen Aufgaben gehörte.
Quellen
- Wikidata · Lizenz: CC0
- Wikipedia (de): Harriet Tubman · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Wikipedia (en): Harriet Tubman · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lebenslauf
- 1821Geboren in Dorchester County
- 1844Heirat mit John Tubman
- 10. März 1913Gestorben in Auburn
- 1973Auszeichnung: National Women’s Hall of Fame
- 1985Auszeichnung: Maryland Women's Hall of Fame
- 2008Auszeichnung: New Jersey Hall of Fame



