
Kamaladevi Chattopadhyay
- Soziales & Gewerkschaft
Biografie
Indische Freiheitskämpferin, Frauenrechtlerin und Kulturpolitikerin
- Geboren
- 3. April 1903 in Mangaluru, Indien
- Gestorben
- 29. Oktober 1988 in Mumbai, Indien
- Wirkungsfeld
- Politische Aktivistin, Freiheitskämpferin, Sozialreformerin, Feministin

Lebensgeschichte
Kamaladevi Chattopadhyay (Hindi कमलादेवी चट्टोपाध्याय; * 3. April 1903 in Mangalore, heute Mangaluru; † 29. Oktober 1988) war eine indische Freiheitskämpferin, Frauenrechtlerin und Kulturpolitikerin, die nach der Unabhängigkeit Indiens maßgeblich zur Wiederbelebung von Handwerk, Handweberei und Theater beitrug. Sie machte sich mit ihrem Eintreten für eine antikoloniale Politik, soziale Reformen und Kulturarbeit einen Namen.
Leben und Wirken
Sie wuchs im damaligen Mangalore auf, verlor früh ihren Vater und wurde als junge Witwe mit den sozialen Beschränkungen konfrontiert, denen Frauen in ihrer Zeit unterlagen. Später heiratete sie Harindranath Chattopadhyay, den Bruder Sarojini Naidus, und bewegte sich mit ihm in literarischen, künstlerischen und politischen Milieus. Im Jahr 1923 schloss sie sich dem Indischen Nationalkongress an, und 1926 kandidierte sie als erste Frau in Indien für einen Sitz in der Madras Legislative Assembly, wobei sie nur um 55 Stimmen unterlag. In der All India Women's Conference spielte sie eine Schlüsselrolle und übernahm 1936 deren Präsidentschaft. Im zivilen Ungehorsam von 1930 drängte sie Mahatma Gandhi zur Beteiligung von Frauen am Salzmarsch, beteiligte sich selbst am Protest und wurde wegen Verstoßes gegen die Salzgesetze inhaftiert. Als der Indische Nationalkongress die Teilung Indiens billigte, zog sie sich aus der Parteipolitik zurück.
Nach 1947 organisierte Chattopadhyay mit der Indian Cooperative Union die Rehabilitierung Vertriebener und half beim Aufbau Faridabads als Siedlung für Flüchtlinge aus der Teilungszeit. Zugleich wurde sie zu einer wichtigen Fürsprecherin für die Erneuerung indischer Handwerks-, Textil- und Handwebtraditionen, indem sie Werkstätten, Absatzwege und öffentliche Sichtbarkeit für das Kunsthand stärkte. Sie hatte starken Einfluss auf Institutionen wie die National School of Drama, die Sangeet Natak Akademi, das Central Cottage Industries Emporium und den Crafts Council of India. Sie veröffentlichte mehr als 20 Bücher und arbeitete zeitweise auch als Schauspielerin im Kannada- und Hindi-Kino. Für ihr Lebenswerk erhielt sie den Padma Bhushan, den Ramon-Magsaysay-Preis und den Padma Vibhushan.
Quellen
- Wikidata · Lizenz: CC0
- Wikipedia (de): Kamaladevi Chattopadhyay · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Wikipedia (en): Kamaladevi Chattopadhyay · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lebenslauf
- 3. April 1903Geboren in Mangaluru
- 1919Heirat mit Harindranath Chattopadhyay
- 1944Mitglied: All India Women's Conference
- 15. August 1947Mitglied: National Flag Presentation Committee
- 1952Mitglied: All India Handicrafts Board
- 1966Auszeichnung: Ramon-Magsaysay-Preis
- 1977Auszeichnung: UNESCO awards
- 29. Oktober 1988Gestorben in Mumbai



