
Lélia Gonzalez
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Biografie
Afrobrasilianische Aktivistin, Politikerin, Anthropologin und Hochschullehrerin
- Geboren
- 1. Februar 1935 in Belo Horizonte, Brasilien
- Gestorben
- 10. Juli 1994 in Rio de Janeiro, Brasilien
- Wirkungsfeld
- Anthropologin, Politikerin, Menschenrechtlerin, Philosophin

Lebensgeschichte
Lélia Gonzalez (geboren 1. Februar 1935 in Belo Horizonte, Minas Gerais; gestorben 10. Juli 1994 in Rio de Janeiro) war eine brasilianische Sozialanthropologin, Hochschullehrerin, Bürgerrechtlerin und Feministin. Sie schuf den Begriff der amefricanidade („Amefrikanität“).
Leben und Wirken
Lélia de Almeida war das zweitjüngste Kind von 18 Geschwistern des in Minas Gerais beheimateten Eisenbahnbauarbeiters Acácio Joaquim de Almeida und der Indigenen Urcinda Seraphina de Almeida. Zu ihren Brüdern gehörte der Fußballspieler Jaime de Almeida (1920–1973). 1942 zog die Familie nach Rio de Janeiro in die Favela Pinto im Bairro Leblon. Ihre schulische Ausbildung begann 1946 am Gymnasium der Escola Técnica Rivadávia Corrêa in Rio de Janeiro, ab 1952 am Colégio Pedro II.
Ihre akademische Karriere startete 1958 an der damaligen Universidade do Estado da Guanabara (UEG), umbenannt in Universidade do Estado do Rio de Janeiro (UERJ), als Bachelor in Geschichte und Geographie, dem sich ein Lizenziat in Philosophie anschloss, das sie 1963 abschloss. 1964 heiratete sie Luiz Carlos Gonzalez, der jedoch früh ums Leben kam. Sie hatte eine Lehrtätigkeit begonnen und ein Werk des französischen Philosophen Denis Huisman übersetzt (Compendio moderno de filosofia, 1968). 1969 ging sie eine zweite Ehe mit dem Ingenieur Vicente Marota ein, von dem sie 1976 geschieden wurde. 1975 erhielt sie einen Magistertitel in Kommunikation der Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ) und war Mitgründerin des Instituto de Pesquisa das Culturas Negras (IPCN), dessen Vizepräsidentin sie wurde, und des Colégio Freudiano in Rio de Janeiro.
Zur Zeit der Militärdiktatur wurde sie Aktivistin und war u. a. mit anderen führenden Afrobrasilianern 1978 Mitgründerin des Movimento Negro Unificado Contra a Discriminação Racial (MNU), später umbenannt in die kürzere Form Movimento Negro Unificado. 1981 trat sie in den Partido dos Trabalhadores (PT) ein. 1981 wurde sie für ihr Eintreten für die Rechte afrobrasilianischer Frauen als erste dunkelhäutige Frau zur Frau des Jahres von dem Conselho Nacional de Mulheres do Brasil (Nationaler Frauenrat Brasiliens) gewählt. Mit dem Soziologen Carlos Hasenbalg veröffentlichte sie 1982 den Band Lugar de negro (deutsch etwa Die Stellung der Schwarzen).
Von 1985 bis 1989 war sie Mitglied des Conselho Nacional dos Direitos da Mulher (CNDM), dem nationalen Rat für Frauenrechte. 1982 hatte sie als Bundesabgeordnete für den Bundesstaat Rio de Janeiro für den PT kandidiert, erreichte aber nur einen Nachrückerplatz, ebenso wie bei der Kandidatur für den Partido Democrático Trabalhista (PDT) als Abgeordnete im Bundesstaat Rio de Janeiro, zu dem sie 1986 die Parteimitgliedschaft gewechselt hatte. International trat sie als Vizepräsidentin der ersten beiden Seminare der Vereinten Nationen über Frau und Apartheid in Montreal und Helsinki 1980 auf, als brasilianische Repräsentantin bei weiteren Konferenzen der UNO in Kopenhagen (1980), Paris (1981), Dakar (1982) und Nairobi (1985).
Sie schrieb Artikel im In- und Ausland über die Situation, Konditionen und Unterdrückung der schwarzen Frauen, z. B. 1983 in der Folha de São Paulo den polemischen Artikel Racismo por Omissão. Als Monografie veröffentlichte sie 1987 zur Volkskunde das Werk Festas populares no Brasil (Volksfeste in Brasilien). Ihre Verbundenheit mit der afrobrasilianischen Volkskultur zeigte sich im Engagement für den bloco-afro Olodum. Lange Zeit war sie vorwiegend in Rio de Janeiro unterrichtend tätig, zuletzt war sie Professorin für Brasilianische Volkskultur an der Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro (PUC-RJ).
Quellen
- Wikidata · Lizenz: CC0
- Wikipedia (de): Lélia Gonzalez · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Wikipedia (en): Lélia Gonzalez · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lebenslauf
- 1. Februar 1935Geboren in Belo Horizonte
- 10. Juli 1994Gestorben in Rio de Janeiro



