
Magda Portal
- Politik
- Literatur & Presse
Biografie
Peruanische Autorin, Feministin und politische Aktivistin
- Geboren
- 27. Mai 1900 in Lima, Peru
- Gestorben
- 11. Juli 1989 in Lima, Peru
- Wirkungsfeld
- Schriftstellerin, Dichterin, Romancière, Aktivistin

Lebensgeschichte
María Magdalena Julia del Portal Moreno, meist kurz Magda Portal genannt, (* 27. Mai 1900 im Distrikt Barranco, Lima; † 1. Juli 1989 ebenda) war eine peruanische Autorin, Feministin und politische Aktivistin. Sie war in der literarischen Bewegung der vanguardia poetica in Peru und Lateinamerika anerkannt und war eine der Gründerinnen der politischen Partei Alianza Popular Revolucionaria Americana (APRA). Sie war die erste Dichterin der Vanguardia in Lateinamerika, José Carlos Mariátegui bezeichnete sie als „primera poetisa del Perú“, und sie war die erste Vertreterin des militanten Feminismus in Peru.
Leben
Portal wurde als zweite Tochter von Pedro Pablo Portal Ortega und Rosa Amelia Moreno del Risco, die insgesamt vier Kinder (drei Töchter und einen Sohn) hatten, in Barranco geboren. Die Familie zog nach Callao, wo der Vater in der Immobilienbranche arbeitete. Als Portal fünf Jahre alt war, starb der Vater an einer plötzlichen Lungenkrankheit. Die Mutter musste den Lebensunterhalt mit Näharbeiten bestreiten, bis eines Tages wegen unbezahlter Schulden ihr Haus gepfändet wurde. Dieses Ereignis prägte Magdas Leben, und wie sie in ihrer Autobiografie erzählt, war es ihr erster Kontakt mit Ungerechtigkeit. Ihre Mutter heiratete wieder und bekam weitere Kinder. Von da an war das Leben ihrer Familie von ständigen Wohnortwechseln geprägt.
Nach dem Abschluss der Mittelschule arbeitete Portal Magda in verschiedenen Berufen: als Assistentin in einem Fotostudio, in einer Kommissionärsagentur, in einer Lithografiewerkstatt. Mit 17 Jahren begann sie, als Gasthörerin die Universidad Mayor de San Marcos zu besuchen. Sie selbst sagt, sie hätte einen Hörsaal betreten, sich hingesetzt und den Vorlesungen zugehört, und niemand hätte sie aufgehalten. Sie freundete sich mit Studenten und jungen Intellektuellen an, von denen später namhafte Dichter und Schriftsteller werden würden, wie César Vallejo, Alcides Spelucin oder Antenor Orrego.
Sie wird zu der Zeit als schön und von zierlicher Statur mit blauen Augen und lockigem rötlichen Haar beschrieben. Im Kontrast dazu soll sie einen unternehmungslustigen und ungestümen Charakter gehabt haben. Ihre Freunde, die jungen Politiker der Zeit (wie Víctor Raúl Haya de la Torre, Manuel Seoane Corrales, die Brüder Federico und Reynaldo Bolaños) hofierten sie und nannten sie "La muñeca" (die Puppe).
Durch die Bekanntschaft mit Haya de la Torre bildeten sich auch ihre politischen Überzeugungen aus, in einer Zeit in der Haya de la Torre zunächst erfolgreich für eine Universitätsreform kämpfte und zunehmend in Distanz zum Regime des autoritär regierenden Augusto Leguía y Salcedo geriet.
Sie hatte eine Beziehung mit Federico Bolaños, einem Dichter und Publizisten aus Huancayo, eine Verbindung, aus der 1923 eine Tochter namens Gloria hervorging. Doch sie trennte sich von Federico und wurde die Partnerin seines Bruders Reynaldo, ebenfalls ein Dichter, besser bekannt unter seinem Pseudonym Serafín Delmar. Zu dritt gaben sie 1924 die erste avantgardistische Literaturzeitschrift in Peru heraus, Flechas.
Literarischer Werdegang
Zu dieser Zeit begann Portal, Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben. Ihre erste veröffentlichte Komposition erschien 1920 in der Zeitschrift Mundial. Es war ein Gedicht mit dem Titel "En voz baja…" (Mit leiser Stimme…), das sie unter dem Pseudonym Tula Sovaina schrieb.
1923 nahm sie unter dem Pseudonym Lorelei an den Juegos Florales (Frühlingsfest) der Universidad Mayor de San Marcos teil und präsentierte eine Serie von drei Gedichten mit dem Titel Nocturnes, die den ersten Preis gewann. Als die Organisatoren bemerkten, dass sich hinter dem Pseudonym eine Frau verbarg, wollten sie aber den Brauch, dass der Gewinner seine Komposition einer Dame widmet, nicht ändern und beschlossen, einen Sonderpreis für Portal zu schaffen und den ersten Preis dem Zweitplatzierten, dem Dichter Alberto Guillén, zu geben. Obwohl ihr das absurd und diskriminierend vorkam, akzeptierte Portal, verließ dann aber die Zeremonie, als sie bemerkte, dass Präsident Augusto Leguía selbst den Preis überreichen würde. Die Episode erreichte die Presse und sorgte für eine gewisse Bekanntheit von Portal. Das Gedicht wurde von dem Dichter José Gálvez Barrenechea, einem Mitglied der Jury, vorgetragen. Das Werk war ein Teil von Portals erster Gedichtsammlung mit dem Titel Ánima absorta, die sie nie veröffentlichte und Jahre später vernichtete.
Portal begleitete Serafín Delmar auf einer Reise nach Bolivien im Jahr 1925. Zurück in Peru schloss sie sich der Gruppe um José Carlos Mariátegui an, arbeitete mit ihm bei der Zeitschrift Amauta zusammen und engagierte sich für entstehenden Universidades Populares . Zusammen mit Serafín Delmar veröffentlichte sie 1926 ein Buch mit Kurzgeschichten mit dem Titel El derecho de matar.
1927 veröffentlichte sie ihre erste Gedichtsammlung im Verlag Editorial Minerva von Mariátegui mit dem Titel Una esperanza y el mar. Das Werk positionierte sie als erste weibliche Dichterin der Vanguardia in Lateinamerika. Mariátegui selbst lobte ihr poetisches Werk und widmete ihr einen Platz in seinen 7 ensayos de interpretación de la realidad peruana (Sieben Essays zur Interpretation der peruanischen Realität), indem er sie als die „erste Dichterin Perus“ bezeichnete.
Quellen
- Wikidata · Lizenz: CC0
- Wikipedia (de): Magda Portal · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Wikipedia (en): Magda Portal · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Lebenslauf
- 27. Mai 1900Geboren in Lima
- 11. Juli 1989Gestorben in Lima



